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3. Stabilität der Fahrzeugaufbauten

Was muss ich tun, wenn ich wegen der Lastverteilung die Ladung nicht direkt an die Stirnwand laden kann?

Antwort: Die richtige Lastverteilung ist sehr wichtig. Wenn die Ladung nicht direkt an die Stirnwand geladen werden kann, ergibt sich eine Ladelücke. Diese kann durch Hilfsmittel ausgefüllt werden oder die Ladung kann durch ein Kopflasching (Formschluss) bzw. durch Niederzurren (Kraftschluss) gesichert werden.


Muss ich die Ladung auf einem Curtainsider seitlich sichern oder reicht die Plane als Halt für die Ladung aus?

Antwort:Die Plane eines Curtainsiders ist grundsätzlich nicht zur Ladungssicherung geeignet. Ausnahmen gibt es nur bei einer sehr leichten Ladung wie z.B. formschlüssig verladenem Isoliermaterial. Eine weitere Ausnahme stellen besonders zertifizierte Planen in besonders zertifizierten Fahrzeugen z.B. bei Spezialfahrzeugen für den Getränke- oder den Stückguttransport dar.


Wie kann ich Getränkekisten sicher befördern?

Antwort: Getränkekisten sind eine tückische Ladung. Sie sind schwer und sehr kippgefährdet. Aus diesem Grund sollten Getränkekisten nur in speziellen und für den Getränketransport zertifizierten Fahrzeugen transportiert werden.


Muss ich ein Fahrzeug, das keine Zurrpunkte hat, nachrüsten?

Antwort: Nein, es besteht keine Pflicht zur Nachrüstung.


Wie sollte Blank-Stahl gesichert werden, der gerade aus der Fabrik kommt?

Antwort: Das Format des Stahls spielt eine sehr große Rolle. Grundsätzlich kann man diese Ladung nur formschlüssig sichern, Niederzurren hat wegen der glatten Oberfläche und des großen Gewichts wenig Sinn. Das Transportfahrzeug sollte daher mit Einsteckrungen, besonders stark belastbaren Zurrpunkten und anderen Einrichtungen und Hilfsmitteln ausgerüstet sein, die eine formschlüssige
Sicherung ermöglichen.


Wir sind eine Baumaschinenvermietung und haben auch mehrere Tieflader bis 75 To. GG. Wir mussten leider feststellen, dass die meisten Baumaschinenhersteller bis heute nicht in der Lage sind, für vernünftigeVerzurr-Ösen oder ähnliches an ihren Geräten zu sorgen. Wo bekommt man einschlägige Literatur zu dem Thema Tieflader- und Baumaschinensicherung?

Die Zurrpunkte an den meisten Baumaschinen sind für das Heben und nicht für die Ladungssicherung angebracht und befinden sich daher an Stellen, die beim Zurren kaum nutzbar sind. Dieses Problem hat der Verband der Baumaschinenhersteller erkannt und
erarbeitet zurzeit eine Konstruktionsanweisung für das Anbringen dieser Zurrpunkte. Das nutzt aber nichts bei Altfahrzeugen. Diese kann man aber mit Zurrpunten nachrüsten, die man an den Stellen anbringen kann, die sinnvoll sind. Vom Prinzip her ist es egal, ob Sie Ketten oder spezielle Schwerlastgurte verwenden, Hauptsache ist, dass die Zurrmittel stabil genug sind. Wichtig ist dabei, dass die Zurrpunkte auf dem Fahrzeug ausreichen stabil sein müssen! Einschlägige Literatur für diesen speziellen Bereich ist uns nicht bekannt. Folgende Firmen kommen aber als Ansprechpartner in Frage: Fa. Dolezych, Dortmund, Tel. 0231/818181, www.dolezych.de Fa. SpanSet, Übach Palenberg, Tel. 02451/4831-0, www.spanset.de . Fa RUD, Aalen, Tel. 07361/504-1351, www.rud.de.


Muß bei Altpapier (Ballen) grundsätzlich jede Reihe mit einem Gurt gesichert werden oder reicht es, die erste Reihe und die letzte Reihe zu gurten?

Altpapierballen müssen nur dann auf dem Fahrzeug zusätzlich gesichert werden, wenn der Fahrzeugaufbau nicht stabil genug ist, diese Ladung ausreichend gegen rutschen und besonders gegen kippen zu sichern. Ob der Fahrzeugaufbau stabil genug ist, kann man nicht allgemein beantworten,denn man braucht dazu zusätzlich zu den Aluminiumeinstecklatten auch eine ausgesteifte Dachkonstruktion. Eine eindeutige Aussage kann nur der Fahrzeugbauer, am besten durch ein mitgeliefertes Zertifikat, machen.
Wenn der Fahrzeugaufbau nicht stabil genug ist, und die meisten sind das nicht, muss die Ladung zusätzlich gesichert werden. Bei Altpapierballen schneiden sich die Zurrgurte allerdings in das Material ein und deshalb ist eine derartige Sicherung durch Niederzurren schwierig. Besser ist
es, wenn man ein Zurrnetz oder eine Zurrplane verwendet.


Ab welchem Baujahr bei LKW mit Ladearm (Mercedes, BJ 94, 12 t Ladelast) müssen Ösen auf der Ladefläche vorhanden sein, oder ab wann muss laut Gesetz nachgerüstet werden?

Antwort: Nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) aus § 22 der UVV Fahrzeuge, müssen Neufahrzeuge, die nach Oktober 1993 gebaut wurden, mit Zurrpunkten ausgerüstet sein. Eine Nachrüstpflicht gibt es nicht und auch die StVZO fordert keine Zurrpunkte.


Gibt es für die Anbringung eines Schutzgitters hinter einer Fensterscheibe in der Trennwand eines Kastenwagens zu beachtende Vorschriften? Wo kann ich diese einsehen?

Antwort: Die Bestimmungen über die Bauart und die Belastbarkeit der Trennwand in einem Kleintransporter mit Kastenwagen finden Sie in der DIN 75410 Teil 3. Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auch von der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen, Technischer Aufsichtsdienst, Ottenser Hauptstraße 54, 22765 Hamburg.


Wie kann bei einem Silofahrzeug Ladungssicherung vorgenommen werden?

Antwort: Die Ladungssicherung bei einem Silofahrzeug wird durch den Fahrzeugaufbau geleistet. Wenn dieser Aufbau, also besonders die Ventile und Verschlüsse, dicht sind und der Füllgrad stimmt, ist die Ladungssicherung erfüllt.


Bei uns im Hause wurde am vergangenen Samstag von der DEKRA ein Seminar zur Ladungssicherung durchgeführt. Dort wurde auch auf Ihre Seite hingewiesen. Leider konnte am Samstag eine Frage nicht geklärt werden, die mir auch nach dem lesen Ihrer Seite immer noch unklar ist. Es handelt sich um das Thema Aufbauten. Die Frage hierzu ist, wenn die seitliche Belastbarkeit 30% der Nutzlast beträgt, muss dann bei einer formschlüssigen Verladung von 32 Paletten mit 24 to trotzdem jede Palette gezurrt werden?

Antwort: Wenn die seitliche Aufbaufestigkeit 30% der Nutzlast entspricht, wird die von Ihnen beschriebene Ladung durch die Reibung (hier zum Beispiel 25% der Sicherung) in Kombination mit dem Aufbau (hier 30% der Sicherung) gehalten. Bei einer allseitig formschlüssigen Beladung ist dann eine zusätzliche Ladungssicherung (gefordert sind seitlich nur 50% des Ladungsgewichtes) nicht mehr erforderlich. Eine zusätzliche Sicherung ist nur erforderlich, wenn die Ladung kippen kann oder über die Bordwände reicht und ganz oder teilweise herunterfallen kann.

Bitte beachten Sie, dass ein Standard-Curtaisider diesen Vorgaben nicht entspricht, da er für eine seitliche Ladungssicherung ungeeignet ist.


Viele Lkw-Fahrer behaupten bei den Werkskontrollen, dass die seitlichen Ladekanten (Metallschiene 2 - 4 cm) als Ladungssicherung ausreichend wären und die Ladung nicht durch Gurte gesichert werden muss. Da es sich bei den Fahrzeugen um so genannte Curtainsider handelt, bin ich davon nicht überzeugt. Vielleicht können Sie mir Auskunft geben und wo steht etwas über diese Ladekanten?

Antwort: Wenn sich diese Kante auf beiden Seiten der Ladefläche befindet, verhindert sie, dass die Ladung in die Plane rutscht. Unter gewissen Voraussetzungen ist das als seitliche Ladungssicherung ausreichend, z.B.: Die Ladung darf nur einen sehr geringen Abstand zueinander und zur Außenkante von insgesamt wenigen Zentimetern gemessen auf die gesamte Fahrzeugbreite haben. Die Ladung muss standsicher sein. Die Ladung muss fest mit der Palette verbunden sein (sonst wird nur die Palette gehalten und die Ladung rutscht weiter). Die Ladekanten müssen stabil genug sein. Diese Sicherungsmethode ist von verschiedenen Prüfinstituten für bestimmte Curtainsider-Fahrzeuge und für gewisse Ladegüter als ausreichend begutachtet worden.


Dürfen auf einem 18 Tonnen-Kipper Radlader, Schlepper, Walzen etc... (4 - 8 Tonnen, alle außer Walze niederdruckbereift mit max. 1 Bar) transportiert werden? Der Kipper (Bj. 2002) hat jedoch weder irgendwelche Zurrpunkte noch sind die Bord-/Stirnwand als stabil zu bezeichnen. Dürfen schwere Steinblöcke geladen werden? Wenn ja, wie muss die Ladungssicherung ausgeführt werden? Reichen Spanngurte, eingehängt am Rahmen unterhalb der Bordwand?

Antwort: So wie das Fahrzeug beschrieben wird, ist es für den Transport von Radladern, Walzen, etc. nicht geeignet. Auch schwere Steinblöcke können Sie ohne Zurrpunkte auf der Ladefläche nicht sichern, denn wenn der Gurt über die Bordwände geführt wird, hat er nicht mehr genügend Vorspannkraft, um diese schwere Ladung zu sichern. Es besteht allerdings die Möglichkeit, geeignete Zurrpunkte auch auf der Ladefläche eines Kippers nachzurüsten. Wenn das gemacht wird, ist eine ausreichende Ladungssicherung denkbar.


Besteht beim Transport von Stahlröhren die Verpflichtung, nur Anhänger mit verstärkter Vorderwand zu verwenden, wodurch gewährleistet wird, dass auch bei einer Auffahrkollision ein Durchschlagen der Röhren verhindert wird? Gewicht der Röhrenbündel ca. 25.000kg.

Antwort: Die Ladungssicherung hat zu erfolgen für Vollbremsungen, plötzliche Ausweichmanöver und schlechte Wegstrecken, nicht für Unfälle. Eine Verpflichtung, durch die gewährleistet wird, dass eine Stirnwand so stark sein muss, dass sie auch bei einer Auffahrkollision ein Durchschlagen der Röhren verhindert, kann deshalb nicht eingefordert werden.


Wir versenden Katalysatoren als Gefahrgut der Klasse 4.2, verpackt in 200 l-Stahlfässern, jeweils 4 Stück auf Faßpaletten, mit 2 Kunststoffbändern zusammengezurrt. Die Lkw werden einlagig mit 22 Paletten (88 Faß) beladen. Es sind Lkw mit Bordwand (aus 4 Aluspriegeln bestehend), Plane und Spriegel im Einsatz. Die Fässer stehen im Grunde formschlüssig auf der Ladefläche (z. T. wenige cm Abstand). Ladungsgewicht 15 - 18 t . Muss hier zusätzliche Ladungssicherung (z.B. niederzurren) betrieben werden, oder ist die beschriebene Art der Beladung so ausreichend?

Antwort: Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden, dazu sind die Fahrzeugaufbauten zu unterschiedlich.
Bei der von Ihnen geschilderten formschlüssigen Beladung ist die Ladungssicherung dann ausreichend, wenn der Fahrzeugaufbau die erforderlichen Kräfte aufnehmen kann. Wenn es sich um einen für den Fasstransport (Stückgut) zertifizierten Sattelanhänger handelt, ist die Ladungssicherung gegeben und es braucht nicht gegurtet zu werden. Wenn es sich um einen neueren Sattelanhänger ohne Zertifikat handelt, kann das nur der Aufbauhersteller bescheinigen. Wenn es sich um einen alten
Sattelanhänger (vor 2001) handelt ist die Aufbaustabilität für die Ladungssicherung höchst wahrscheinlich nicht ausreichend und es sollte gegurtet werden.
Der Fahrzeughalter sollte die entsprechenden Bescheinigungen anfordern und Ihnen vorlegen. Wenn Sie Zweifel haben, ist der Einsatz von Zurrgurten anzuraten.

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