ladungssicherung.de - Das Portal zur Ladungssicherung Verlag Hendrisch



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5. Arten der Ladungssicherung

Was muss ich beachten, wenn ich ein Fahrzeug entlade?

Antwort: Die weitaus meisten Unfälle passieren beim Be- und Entladen. Türen und Bordwände können durch verrutschte Ladung unter Druck stehen und beim Entriegeln plötzlich aufspringen. Ladung kann beim Öffnen der Schiebeplane herausfallen. Ladungsteile können beim Entladen umstürzen oder zusammenrutschen.


Was ist eigentlich unter „Kopflasching“ zu verstehen?

Antwort: Ein Kopflasching kann die Stirnwand oder die Rückwand ersetzen. Das Zurrmittel wird als „Bauchbinde“ vor bzw. hinter der Ladung geführt. Es hält die Ladung dann wie eine Fangschlinge fest, wenn diese verrutschen will.


Reicht es, wenn ich beim Buchtlasching die Ladung von jeder Seite einmal befestige?

Antwort: Nein, wenn ich nur ein Zurrmittel pro Seite verwende ist die Ladung nicht fixiert und kann sich verdrehen. Um eine Ladung zu fixieren benötige ich mindestens drei Buchtlaschings, zwei auf der einen und eines auf der anderen Seite der Ladung.


Gibt es besondere Vorschriften für das Vernageln von Holzkeilen auf dem Boden des Lkw?

Antwort: In der Richtlinie VDI 2700 sind umfangreiche Vorgaben für das Vernageln von Holzkeilen und Festlegehölzern enthalten. Unter anderem ist eine Eindringtiefe des Nagels von mindestens 4 cm in einen nagelfähigen Fahrzeugboden gefordert, außerdem gibt es weitere Vorgaben bezüglich der Beanspruchungsrichtung, dem Faserverlauf, dem Nageldurchmesser und dem Mindestabstand der Nägel. Zusätzlich werden weitere, recht umfangreiche Vorgaben gemacht. Wenn das Nageln als Methode zur Ladungssicherung eingesetzt werden soll, empfiehlt es sich, die Richtlinie VDI 2700 beim Beuth Verlag in Berlin zu kaufen.


Nach welchen Vorschriften muss ein Minibagger 1,6 t auf einem Tiefbauanhänger
2 t / 13 t gesichert werden? Welche Zurrpunkte und wie viele Zurrgurte sind vorgeschrieben?


Antwort: Minibagger sind, wie alle anderen Ladungen auch, nach den Vorschriften der VDI Richtlinien 2700 ff. zu sichern. Die Anzahl der Zurrpunkte ergibt sich u. a. aus dem zulässigen Gesamtgewicht und dem Baujahr des Transportfahrzeugs. Die Frage nach der Anzahl der Gurte kann nur ganz allgemein beantwortet werden, denn die Anzahl der Gurte hängt u. a. davon ab, ob sie zum Niederzurren oder zum Direktzurren (z.B. Diagonalzurren oder Schlingenzurren) eingesetzt werden. Wichtig ist dabei auch die Frage, ob der Minibagger formschlüssig nach vorn ansteht, welche Art von Boden das Transportfahrzeug hat und wie schmutzig dieser Boden ist. Weiterhin ist die Belastbarkeit der Zurrpunkte, der Zurrgurte und die Vorspannkraft der Ratschen von entscheidender Bedeutung.


Unser Lkw und der Hänger besitzen keine eingelassenen Hacken am Boden. Die Palettenware, die wir transportieren (z.B. Zement) steht nicht über die Bordwände. Muss gesichert werden? Wenn ja, wie?

Antwort: Auf einem Lkw bzw. einem Anhänger mit einem ausreichend stabilen Aufbau braucht eine palettierte Ladung nicht zusätzlich gesichert werden, wenn sie nicht über den Fahrzeugaufbau ragt sowie formschlüssig zu allen Seiten und ohne Ladelücken untereinander verladen wurde. Sobald allerdings ein Abstand zur Stirnwand, zu den seitlichen Bordwänden oder zur Rückwand des Fahrzeugs besteht, ist diese Lücke auszufüllen oder die Ladung ist z.B. durch Niederzurren zu sichern.

Die Fahrzeuge haben keine Zurrpunkte auf der Ladefläche. Die Ladung, die ja nicht über die Bordwände ragt, kann somit nicht durch Niederzurren gesichert werden. Wenn Ladelücken bestehen, und das wird bei den schweren Zementpaletten bestimmt nicht zu vermeiden sein, müssen diese Ladelücken ausgefüllt werden. Zum Ausfüllen eignen sich z.B. leere Paletten oder Luftsäcke, sog. Airbags.


Wie kann man an einem Kipperfahrzeug, das keine Zurrpunkte hat, die Ladung, die nicht über die Bordwände hinaus ragt, sichern?

Antwort: In einem Kipperfahrzeug ohne Zurrpunkte kann eine Ladung, die nicht über die Bordwände ragt, nur formschlüssig gesichert werden. Das bedeutet, dass alle Ladelücken zur Stirnwand sowie zu den seitlichen und zur rückwärtigen Bordwand und auch zwischen den Ladungsteilen dann auszufüllen sind, wenn sie mehr als nur wenige Zentimeter betragen. Ein genaues Maß kann dafür nicht angegeben werden und nach vorn sollten Ladelücken in jedem Fall vermieden werden. Zum Ausfüllen eignen sich z.B. Leerpaletten oder Luftsäcke, sog. Airbags.


Wir transportieren als Gefahrgut besonders überwachungsbedürftige Abfälle in ASP und in Kunststofffässern. Zum Transport wird ein LKW mit Pritsche verwendet. Seitlich besteht beim Transport Formschluss. Können die ASP und die Fässer mit auf den Seitenwänden festgeklemmten Klemmbrettern gesichert werden? Oder wie ist die Ladungssicherung ggf. ordnungsgemäß zu organisieren?

Antwort: Klemmbretter, offiziell als Zwischenwandverschluss bezeichnet, können nur eine sehr geringe Sicherungskraft aufbringen. Nach Angabe des führenden Herstellers beträgt die Sicherungskraft eines Zwischenwandverschlusses auf einer Holzbordwand bis zu 320 daN, auf einer Aluminiumbordwand bis zu 220 daN. Ausgehend von einem Gleit-Reibbeiwert µ von 0,2 für Kunststofffässer auf Siebdruckboden kann mit einem Zwischenwandverschluss in Fahrtrichtung etwa 400 kg (Aluminiumbordwand) bis etwa 550 kg (Holzbordwand) Ladung gesichert werden. Entgegen der Fahrtrichtung sind das dann etwa 800 kg (Aluminiumbordwand) bis etwa 1.000 kg (Holzbordwand) Ladungsgewicht.
Als Alternative bietet sich hier eine Kopfschlinge an. Dieses System kann, abhängig von den Zurrpunkten und den Zurrwinkeln deutlich mehr Sicherungskraft aufbringen.


Ist im Kofferraum eines Ford Mondeo Kombi die Ware ausreichend durch die Kofferraumabdeckung gesichert oder müssen zusätzliche Maßnahmen getroffen werden?

Antwort: Die Kofferraumabdeckung ist nicht in der Lage, die Ladung zu sichern. Es ist sogar fraglich, ob die Rückenlehne der hinteren Sitze dies leisten kann. Genaue Angaben über die Stabilität dieser Rückenlehnen in Bezug auf Ladungssicherung waren bislang von den Fahrzeugherstellern nicht zu erhalten.
Eine gute Möglichkeit zur Ladungssicherung bieten Zurrnetze. Mit diesen Netzen können z.B. Kleinteile oder Teilpartien sehr gut gesichert werden. Die Netze werden aus Zurrgurten genäht und mit separaten Zurrgurten in den Zurrpunkten am Fahrzeug fixiert, sie decken die Ladung ab und sichern sie dabei in einer Kombination aus Formschluss (Abdecken) und Kraftschluss (Niederzurren). Diese speziellen Netze gibt es in verschiedenen Maßen und Festigkeiten (siehe z. B. unter www.spanset.de). Zusätzlich gibt es im Zubehörhandel spezielle Antirutschmatten, z.B. die "Black Cat" der Fa. Wado, die passend für den Kofferraum eines Pkw zugeschnitten werden können. Werden diese Hilfsmittel in Kombination eingesetzt, ist die Ware im Kofferraum des Pkw optimal gesichert.


Wir sind ein Holzgroßhandel und transportieren unsere Ware mit einem 7,5 t LKW. In unseren Sammeltouren sind bis zu 10 Abladestellen vorgesehen. Verladen werden verschiedene Güter, die in einer vorher festgelegten Reihenfolge auf- bzw. nebeneinander verladen werden. Wir sichern unsere Ladung mit Spanngurten, die an Haken im Boden befestigt werden.
Jetzt das Problem: Wenn unser Fahrer den Hof verlässt, ist die Ware ordnungsgemäß gesichert. Nachdem die ersten Güter jedoch bei den Kunden abgegeben worden sind, wird es zunehmend schwieriger, da sich mit abnehmender Ware der Winkel der Gurte ändert. Zudem können Parkett oder Türen nicht genauso fest angezurrt werden wie zum Beispiel Balken oder Bretter. Wir wurden von der Polizei angehalten und haben eine Anzeige erhalten wegen mangelnder Ladungssicherung.
Was ist zu tun? Muss jedes einzelne Brett angezurrt werden? Wie ist das mit verbrechlicher Ware wie zum Beispiel Türen?


Antwort: Die beschriebene Ladung ist sehr schwierig zu sichern. Es ist sehr wichtig, dass der Fahrzeugaufbau ausreichend stabil und bei der Fahrt geschlossen ist. Die Sicherung mit Zurrgurten ist nur bis zu einem gewissen "Abladestatus" möglich, danach können sie nicht mehr wirksam eingesetzt werden. Eine gute Ergänzung zu den Zurrgurten bieten Zurrnetze. Mit diesen Netzen können z.B. Kleinteile oder Teilpartien sehr gut gesichert werden. Die Netze werden aus Zurrgurten genäht und mit separaten Zurrgurten am Fahrzeug fixiert, sie decken die Ladung ab und sichern sie dabei in einer Kombination aus Formschluss (Abdecken) und Kraftschluss (Niederzurren). Diese speziellen Netze gibt es in verschiedenen Maßen und Festigkeiten. Informationen können Sie z.B. unter www.spanset.de erhalten.


In der Rubrik Fragen und Antworten, Punkt 3 las ich gerade, dass bei einem Lkw, an dem keine Zurrösen vorhanden sind, auch keine nachgerüstet werden müssen.Wie kann ich aber ordnungsgerecht meine Ladung sichern? Kann ich über die Bordwand gurten? Bordwandhöhe beträgt 80 cm, Ladungshöhe ca. 160 cm. Die Ladung ist in Folie eingeschweißt.

Antwort: Obwohl es keine Pflicht zur Nachrüstung mit Zurrpunkten gibt, sollte man sein Fahrzeug trotzdem nachrüsten. Im Zubehörhandel werden dafür eine Vielzahl von verschiedenen Zurrpunkten mit unterschiedlichen Belastungen und unterschiedlichen Ausführungen angeboten.
Prinzipiell kann man über die Bordwände gurten, allerdings ist das nur effektiv, wenn die Ladung formschlüssig an den Bordwänden ansteht und hoch genug ist. Wenn die Zurrgurte allerdings oben an der Bordwand hin zur Ladefläche "abknicken" und erst dann auf die Ladung drücken können ist das Niederzurren unsinnig. In diesem Fall geht der Druck auf die Bordwand und wenn diese dabei "eingedrückt" wird puffert sie die Vorspannkraft ab und macht die Niederzurrung wirkungslos.


Wie muss Ladung gesichert werden, bestehend aus Papierbeuteln, Papiersäcken, Kartons, Eimern und anderen leichzerstörbaren Gütern, kommissioniert auf Europaletten, gestretcht und eingeschweißt?
Ein Niederzurren ist bei diesen Gütern nicht möglich. Beliefert werden ca. 400 Baumärkte nach Bestellung innerhalb von 24h. Die Abholfahrzeuge sind größtenteils Curtainsider mit sechs oder sieben Zurrpunkten.


Antwort: Die beschriebene Ladung sollte formschlüssig gesichert werden. Das bedeutet, dass die palettierten Ladeeinheiten lückenlos in das Transportfahrzeug verladen werden sollten. Sind trotzdem Ladelücken vorhanden, so sind diese mit Hilfsmitteln (z.B. Airbags, Abstandhalter etc.) auszufüllen. Zusätzlich sollten Zwischensicherungen quer über die Ladefläche eingesetzt werden (z.B. Sperrbalken), um die Ladung in Blocks zu unterteilen und so die druckempfindliche Ware davor zu schützen, dass sie bei einer Vollbremsung durch die hintere Ladung zerquetscht wird. Dies alles funktioniert aber nur auf einem ausreichend stabilen Fahrzeugaufbau, z.B. Kofferaufbau, Hamburger Verdeck oder der speziell für Stückguttransporte zertifizierte Curtainsider.
Kann die Ladung nicht niedergezurrt werden, muss sie durch den Fahrzeugaufbau gesichert sein. Ein normaler Standard-Curtainsider kann das aber nicht.


Wir hatten vor kurzem einen Transport von Metallkonstruktionen, die während der Fahrt, trotz ausreichender Sicherung, verrutschten .Zwischen den einzelnen Elementen wurden Holzklötze gelegt und mit 12 Gurten bei einem Gewicht von 8 to gesichert. Laut Polizei, die diesen Transport begleitete, wurde auch ausreichend gegurtet. Es handelte sich um einen überbreiten Transport, der nur nachts bewegt werden durfte.
Da die Metallkonstruktionen erst am Beladetag lackiert wurden, vermuten wir, dass sich nachts Nebel auf die Konstruktionen abgesetzt und diese so bei Minustemperaturen zu einer glatten reibungsanfälligen Oberfläche verwandelt hat. Jetzt meine Frage: Kann das sein? Welche Maßnahmen hätte man ergreifen müssen um diesen Transport zu sichern?


Antwort: Das ist eine sehr interessante Begebenheit. Allein der Umstand, dass sich die Ladung bewegt hat, zeigt ganz klar auf, dass sie eben nicht ausreichend gesichert war. Daran ändert auch die - in diesem Fall inkompetente - Aussage der Polizei nichts, denn wäre die Sicherung ausreichend, könnte sich die Ladung nicht bewegen.
Zur Art der Sicherung gehen wir davon aus, dass die Gurte zum Niederzurren eingesetzt wurden. Eine lackierte Metallkonstruktion, die auf Hölzern liegt, hat nur eine geringe Reibungskraft, wir gehen mal von 20% (µ =0,2) aus. Bei dieser Annahme braucht man zur Sicherung durch Niederzurren einer Ladung von acht Tonnen, die nach vorn nicht anliegt, 64 Zurrgurte mit einer kurzen Ratsche oder 32 Zurrgurte mit einer langen Ratsche. Wenn die Ladung nach vorn anliegt, benötigt man noch 32 Zurrgurte mit einer kurzen Ratsche oder 16 Zurrgurte mit einer langen Ratsche. Das ist in der Praxis natürlich nicht möglich.
Als Lösungsmöglichkeiten bleiben nur der Einsatz von Antirutschmatten oder das Anlegen von Direktzurrungen. Ausführliche Informationen dazu gibt es in unserem Buch "Ladungssicherung, der Leitfaden für die Praxis".


Wir arbeiten häufig mit Haftklebstoffen für die Palettensicherung bei Papiersäcken. Das heißt, zwischen den einzelnen Lagen wird ein Klebstoff aufgetragen, der den Verbund zusammenhält. Wie beurteilen Sie diese Art der Ladungssicherung?
Wir haben beim Fraunhofer Institut über Reibezahlen bei Zwischenlagen gelesen, aber nichts über Verklebungen der einzelnen Säcke. Können Sie mir weiterhelfen wie man diese Art von Palettensicherung im Hinblick auf VDI 2700 beurteilt?


Antwort: Die Bildung einer "palettierten Ladeeinheit", also die Sicherung des Ladegutes auf der Palette, wird in der VDI-Richtlinie 3968 ff. behandelt. Hier werden u. a. verschiedene Methoden erläutert. Diese Richtlinie stammt aus 1994, sie wird zurzeit überarbeitet und damit dem Stand der Technik angepasst.
Grundsätzlich ist die Verklebung der einzelnen Säcke eine Maßnahme zur Sicherung der Säcke gegen Verrutschen und damit eine geeignete Sicherungsvariante. Die Frage ist allerdings, wie diese Verklebung in der Praxis angewendet wird: Sind die Säcke staubig oder sauber? Ist der Auftrag des Klebers immer einheitlich? Reicht die Menge des Klebers in Abhängigkeit vom Gewicht der Säcke aus? Wer hat das geprüft? Wie ist dieser "Sackstapel" mit der Palette verbunden? Diese Fragen gilt es zu beantworten und das sollte durch ein entsprechendes Gutachten untermauert werden.
Da die Säcke verklebt werden, wirkt keine Gleit-Reibung und es gibt daher auch keine Reibzahlen. Allerdings ist es durchaus möglich, dass sie bei den Prüfinstituten Aussagen über die Belastbarkeit der Klebung erhalten können.
Auch wenn die Verklebung der einzelnen Säcke eine gemäß der VDI-Richtlinie 3968 ff.ausreichend belastbare "palettierte Ladeeinheit" erzeugt, ist dann immer noch zusätzlich die Sicherung der Paletten auf dem Transportfahrzeug gemäß der Richtlinie VDI 2700 zu beachten.


Wir verladen regelmäßig Frucht-Container (ca. 1,60 m hoch, Durchmesser von ca. 1,00 m, der Container ist oval, aus Stahl und steht auf 4 Füssen, Höhe der Füße ca. 0,60 m mit einem Durchmesser von 8 cm; Bildlich gesprochen wie ein Ei auf 4 Füßen) das Gewicht beträgt ca. 1.000 kg. Zur Verladung kommen regelmäßig 5 - 23 Container. Nun die Frage zur korrekten Ladungssicherung:
Ist es erlaubt, einen Auflieger a) mit oder b) ohne Seitenbordwände und ohne Zurrösen am Boden zu beladen und dann am Aufbau zu gurten? Wie muß die richtige Ladungssicherung durchgeführt werden, sind für diese Container Ösen Vorschrift?


Antwort: Die Sicherung der von Ihnen beschriebenen Behälter ist sehr schwierig, denn wegen der Einzelabmessungen von 1 x 1 Meter kommen wir bei zwei Behältern, die nebeneinander stehen, auf eine Breite von 2 Metern und haben somit Ladelücken von zusammen etwa 45 bis 50 cm zum seitlichen Fahrzeugaufbau. Ein versetztes Verladen "auf Lücke" scheidet wegen des hohen Gewichtes und der Lastverteilung aus. Es ist uns keine Vorschrift bekannt, nach der sich an den Behältern Zurrpunkte befinden müssen. Ein Verzurren der Behälter an einem "normalen" seitlichen Fahrzeugaufbau ist als Maßnahme zur Ladungssicherung grundsätzlich nicht geeignet, denn dafür müssen diese Teile des Aufbaus besondere Stabilitätskriterien erfüllen. Folgende Varianten zur Ladungssicherung erscheinen uns denkbar:
1. Im Fahrzeug mit festen Bordwänden ober mit zertifiziertem Schiebeplanen-Aufbau: Formschlüssiges Verladen nach vorn gegen die Stirnwand; Ausfüllen der seitlichen Ladelücken mit hochkant stehenden Paletten oder Stausäcken (Airbags), ggf. rückwärtige Sicherung des "Ladungsblocks" durch eine Kopfschlinge. Bei dieser Variante wird die Ladung durch den Aufbau gesichert und dafür ist ein ausreichend stabiler Fahrzeugaufbau erforderlich.
2. Wenn der Fahrzeugaufbau nicht ausreichend stabil ist, muss die Ladung mit Zurrmitteln auf der Ladefläche verzurrt werden. Dafür sind viele Zurrpunkte auf der Ladefläche und die Möglichkeit erforderlich, die Zurrmittel an den Behältern zu befestigen.


Ich bin Fahrer bei einer Hoch- und Tiefbaufirma. Ich fahre einen 2-Achs Lkw mit Verladekran und einem 4-Achs Tieflader, vorne offen. Nun meine Frage: Wir fahren u. a. Spundbohlen, Träger, diverse Maschinen (Radlader, Bagger, Ramme etc.). Wo bekomme ich Informationsmaterial über die Sicherung dieser verschiedenen Ladungen? Nach jeder Kontrolle durch die Polizei oder BaG wurden entsprechend deren Anordnung neue Ketten oder Spanngurte angeschafft, trotzdem gibt es immer wieder Beanstandungen, die sich auch teilweise widersprechen. Beispiel: Bei einem Baggertransport wurde der Bagger im Laufwerk (Fahrplatten) mit Ketten gesichert. Bei einer Kontrolle wurde beanstandet, dass die Ketten keine "Sicherheitsplaketten" hatten, aber die Ladungssicherung wurde nicht bemängelt. Bei der anderen Kontrolle wurden Ketten mit "Plaketten" für korrekt befunden, aber dafür die Art der Ladungssicherung nicht, obwohl genauso, wie vorher beschrieben, gesichert wurde. Wie soll man sich da zurechtfinden?

Antwort: Die Sicherung der verschiedenen von Ihnen beschriebenen Ladungen ist sehr unterschiedlich. Spundbohlen und Träger sollten auf jeden Fall nach vorn blockiert werden. Das kann z.B. durch Einsteckrungen oder durch eine Kopfschlinge erreicht werden. Zusätzlich müssen sie dann noch durch Niederzurren gegen seitliches und rückwärtiges Rutschen gesichert werden. Die Anzahl der Zurrgurte ist dabei u. a. vom Gewicht der Ladung abhängig.
Maschinen wie Bagger, Radlader etc. sollten durch Diagonalzurren gesichert werden. Ob die Zurrketten dabei in die Fahrplatten eingehängt werden können, ist vom Einzelfall abhängig. Ein generelles Verbot des Einhängens in die Fahrplatten ist uns nicht bekannt. Allerdings ist es häufig sehr bedenklich, denn diese Belastung der Fahrplatten und - besonders ihrer Befestigung - ist nicht bekannt. Besser ist es, die Zurrketten in Zurrpunkten an der Maschine einzuhängen. Natürlich wissen wir auch, dass die meisten Maschinen keine Zurrpunkte haben, aber oft kann man Schäkel einhängen, an denen man dann die Zurrkette befestigt. Im Handel kann man auch Zurrpunkte kaufen, mit denen man diese Maschinen nachrüsten kann. Das Nachrüsten sollte aber in Absprache mit dem Hersteller der Maschine erfolgen.
Alle Zurrmittel - auch Zurrketten - müssen mit einer lesbaren Kennzeichnung versehen sein. Ist das Etikett oder der Anhänger ab, darf das Zurrmittel nicht mehr verwendet werden.


Welche Möglichkeiten habe ich, wenn Staplerfahrer die Ladung völlig schief aufladen? Viele stellen sich stur und sagen, dass sei das Problem des Fahrers. Wie soll ich reagieren, schließlich sind wir alle von dem Thema Ladungssicherung betroffen?

Antwort: Erfahrungsgemäß hat es keinen Sinn, sich mit einem Gabelstaplerfahrer zu streiten. Es lässt sich in der Regel nur eine Lösung auf Ebene der Verantwortungsträger finden. Konkret bedeutet das, dass oft nur die Möglichkeit bleibt, sich beim Lademeister oder beim Versandleiter zu beschweren und diese Person dabei auf ihre eigene Verantwortung hinzuweisen. Selbstverständlich bleibt der Lkw so lange abgeschlossen dort stehen. Sollte das nicht im direkten Gespräch möglich sein, bleibt nur der Weg, die Sache über den eigenen Chef regeln zu lassen. Auf "höherer" Ebene ist man normalerweise für Sachinformationen zugänglicher und vielleicht sogar dankbar für eine rechtliche Information. Es ist klar, dass dieser Weg nicht einfach ist, aber ohne ausreichende Ladungssicherung sollte man das Betriebsgelände des Verladers nicht verlassen.
Weitergehende Informationen, Erklärungen, Methoden zur Ladungssicherung und deren richtige Berechnungen enthält das Fachbuch "Ladungssicherung, der Leitfaden für die Praxis", das im Hendrisch Verlag erscheint (www.hendrisch.de).


Ich habe einen Schiebeplanenauflieger und fahre häufig Altpapier in Ballen. Wie muss ich die Ballen sichern, wenn die ersten beiden Reihen zwei Ballen übereinander, dann fünf Reihen drei Ballen übereinander und eine Reihe zwei Ballen übereinander geladen sind? Reicht es, wenn ich jede Reihe mit einem Spanngurt sichere oder müssen auf jede Reihe zusätzlich Paletten gelegt werden, um die Ballen richtig nieder zurren zu können? Was stellenweise sehr schwierig ist, da die Reihen mit drei Ballen übereinander fast bis unter das Dach geladen sind. Über eine Auskunft wäre ich ihnen sehr dankbar.

Antwort: Formschlüssig verladene Altpapierballen müssen nur dann auf dem Fahrzeug
zusätzlich gesichert werden, wenn der Fahrzeugaufbau nicht stabil genug ist, um diese Ladung ausreichend gegen Rutschen und besonders gegen Kippen zu sichern. Ob der Fahrzeugaufbau stabil genug ist, kann man nicht allgemein beantworten, denn man braucht dazu zusätzlich zu den Aluminiumeinstecklatten auch eine ausgesteifte Dachkonstruktion. Eine eindeutige Aussage kann nur der Fahrzeugbauer, am besten durch ein mitgeliefertes Zertifikat, machen. Bei der von Ihnen geschilderten Beladung muss die obere Ballenlage wegen der Ladelücke nach vorn auch auf einem zertifizierten Fahrzeug gesichert werden. Hier empfiehlt sich das Anlegen einer Kopfschlinge vor dem ersten Ballen.

Wenn der Fahrzeugaufbau nicht stabil genug ist, und die meisten sind das nicht, muss die Ladung zusätzlich gesichert werden. Rechnerisch ist zur seitlichen Sicherung ein Zurrgurt mit einer Langhebelratsche bei jeder Ballenreihe erforderlich. Bei Altpapierballen schneiden sich die Zurrgurte allerdings in das Material ein und deshalb ist eine derartige Sicherung durch Niederzurren schwierig. Besser ist es, wenn man ein Zurrnetz oder eine Zurrplane verwendet.


Ich transportiere mit meinem Fahrzeug täglich ca. 5 kleine Kartons (30x30x30 cm) mit Spraydosen. Ab welcher Höhe muss ich die Kartons befestigen? Es ist sehr schwierig, die Kartons mit einem Gurt zu sichern. Sie stehen an der Stirnseite des Fahrzeuges unten auf dem Boden.

Antwort: Kleine Güter, wie die beschriebenen Kartons, kann man gut sichern, indem man sie in eine Umverpackung, z. B. eine Transportbox aus Hartkunststoff legt. Wenn diese Box dann an der Stirnwand und auf Antirutschmatten steht, genügt schon ein leicht vorgespannter Gurt, um die Ladung ausreichend zu sichern. Weitere Informationen, Erklärungen, Methoden zur Ladungssicherung und deren richtige Berechnungen enthält unsere Broschüre "Transporter INFO".


Wir sind Fahrzeugaufbauer und haben z. Zt. speziell ein Thema der Ladungssicherung zu klären : Ein Kunde möchte vor dem Kauf eines neuen Fahrzeuges mit Pritschenaufbau und Ladekran wissen, wie er die Ladung zu sichern hat (Rechtssicherheit). Es handelt sich um Klinkerpakete auf Paletten (80 cm x 100 cm, 1.000 kg/Paket, 2 x 6 Pakete). Zum Be- und Entladen mit einer Stapelzange ist ein Abstand mittig zwischen den Paletten erforderlich. Zum Be- und Entladen mit einer Krangabel entfällt zwar der mittige Raum aber dafür entsteht außen zu den Ladebordwänden jeweils ein Freiraum in den die Ladung trotz Zurrgurte rutschen könnte. Gibt es hierzu eine Lösung?

Antwort: Die Sicherung von Steinpaletten wird zurzeit sehr kontrovers diskutiert und eine Lösung ist uns nicht bekannt. Fakt ist, dass dieses Ladegut wie jedes andere zu sichern ist. Zum Sichern durch Niederzurren müssen die Paletten lückenlos gestellt und daher mit Krangabel verladen werden aber auch dann sind noch extrem viele Zurrgurte erforderlich. So gesehen bleibt nur die Möglichkeit, die Lücken zwischen den Paletten auszufüllen. Das ist aber sehr umständlich und zeitaufwändig. Es tut uns leid, dass wir keine Lösung anbieten können, vielleicht kann der Betonverband SLG in Bonn weiterhelfen.


Welche Anforderungen an Aufsteckrahmen für Europaletten sind einzuhalten, damit einer zulässigen Ladungssicherung Rechnung getragen wird? Können Sie mir ggf. weitere Internetadressen zur Recherche nennen?

Aufsteckrahmen für Paletten müssen so ausgelegt sein, dass sie die darin befindlichen Güter auch bei Vollbremsungen und plötzlichen Ausweichmanövern auf der Palette halten können.
Als Regel der Technik ist uns nur die Richtlinie VDI 3968 bekannt, zu beziehen über www.beuth.de. Mit dem Suchbegriff "Palettensicherung" sind auch über die Internet-Suchmaschine Google einige interessante Seiten zu finden.


Wir transportieren regelmäßig größere Schaltschränke z.B. 3000 x 2000 x 500 mm auf einem Anhänger 4000 mm. Hierbei zurren wir diese immer nur nieder. Reicht diese Sicherung aus?

Antwort: Niederzurren allein ist oft nicht ausreichend, deshalb sollten noch zwei Faktoren hinzukommen. Zuerst sollten die Schaltschränke auf Antirutschmatten stehen, und dann sollten sie in Fahrtrichtung formschlüssig verladen werden. Falls sie aus Gründen der Lastverteilung mit Abstand zur Stirnwand laden, sollten Sie diese Ladelücke ausfüllen. Dazu sind z.B. Leerpaletten sehr gut geeignet. Mit der Kombination aus Antirutschmatten, Formschluss nach vorn und Niederzurren können Sie standfeste Schaltschränke problemlos sichern. Falls die Schränke kippgefährdet sind, können diese z.B. durch zusätzliche Kopfschlingen gegen Kippen gesichert werden.




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